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Helmut HUND GmbH: "Wir führen Technologien zusammen"
Das Unternehmen:
• Helmut Hund GmbH, Firmensitz Wetzlar, gegründet
1972
• Branche: Optik / Feinmechanik
• Produkte der Hochtechnologie in den Feldern Elektronik, Optik
und Feinmechanik
• Belegschaft (2002): ca. 120 MA
• Internet: www.hund.de
Das Projektteam:

Bedeutung des Wissenstransfers für
das Unternehmen
Die Helmut Hund GmbH zeichnet sich dadurch aus, dass mehrere Technologien
beherrscht werden. Dies sind Optik, optische Glasfasertechnik, Kunststofftechnik,
Feinmechanik und Elektronik. Auf den Gebieten Mikroskopie und Umweltmesstechnik
(Staubmesstechnik) werden eigene Produkte in den Markt gebracht. Das Unternehmen
ist der drittgrößte Mikroskophersteller in Deutschland. Stärken
liegen in der Entwicklung und Produktion komplexer Systeme, bei denen
die oben genannten Technologien zum Einsatz kommen.
Wachstumspotenzial wird vor allem in der Zulieferung solcher Systeme gesehen,
die einen hohen Anteil an Beratung und Dienstleistungen enthalten. Dazu
ist es erforderlich, das auf den verschiedenen Gebieten vorhandene Wissen
systematisch zu kombinieren, um Wettbewerbsvorteile weiter auszubauen.
Die Beteiligung an dem Förderprojekt soll dazu beitragen, Methoden
im Umgang mit Wissensressourcen kennen zu lernen und praxisgerecht umzusetzen.
Im Mittelpunkt für uns steht der Leitsatz „Wir führen
Technologien zusammen“.
Das Projekt
Ausgangssituation
Zur Festlegung der Ziele wurde eine Intelligenzmatix für die verschiedenen
Bereiche des Unternehmens erstellt und ausgewertet. Es konnten deutliche
Übereinstimmungen hinsichtlich des Bedarfs an Wissensmanagement zwischen
den Bereichen festgestellt werden. Mit Hilfe dieser Erkenntnisse wurden
in der Helmut Hund GmbH die Ziele für das Wissensmanagement-Projekt
formuliert.
1. Ausgangssituation und Zielsetzung:
Zur Festlegung der Ziele wurde eine Intelligenzmatix für die verschiedenen
Bereiche des Unternehmens erstellt und ausgewertet. Es konnten deutliche
Übereinstimmungen hinsichtlich des Bedarfs an Wissensmanagement zwischen
den Bereichen festgestellt werden. Mit Hilfe dieser Erkenntnisse wurden
in der Helmut Hund GmbH die Ziele für das Wissensmanagement-Projekt
formuliert.
Übergeordnetes Ziel:
Die Beteiligung an dem Projekt soll dazu beitragen, Methoden im Umgang
mit Wissensressourcen kennen zu lernen und praxisgerecht umzusetzen. Um
dieses Ziel konkret in die Praxis umzusetzen, wurden folgende Teilziele
erarbeitet.
Teilziele:
1. Wissen über Mitarbeitergenerationen
weitergeben
2. Offene
Informationsweitergabe innerhalb des Unternehmens
Um eine offene Informationsweitergabe im Unternehmen zu fördern,
wurde ein Informationssystem geschaffen, das den Mitarbeitern Informationen
und Daten über das Unternehmen und die aktuelle Geschäftssituation
gibt.

Um ein neues Informationssystem zu implementieren, sind verschiedene Maßnahmen
nötig:
• Über eine Mitarbeiterbefragung soll zuerst
festgestellt werden, welche Informationen für die Mitarbeiter von
Interesse sind. Den Fragebogen finden Sie im Anhang.
• Auf der anderen Seite gibt die Geschäftsführung ihrerseits
an, welche Informationen sie an die Belegschaft weitergeben möchte
• Als nächster Schritt kommt es zu einer Abstimmung zwischen
beiden Interessenlagen
• Parallel dazu soll geprüft werden, in welchem Maße
das vorhandene EDV-System für das geplante Informationssystem genutzt
werden kann.
3. Dokumentation von Informationen für
Dienstleistungen
In einem weiteren Schritt (seit Herbst 2003) wurden Maßnahmen festgelegt,
wie der entsprechende Wissenstransfer bewerkstelligt werden soll
2. Vorgehensweise
1. Teilziel: Wissen über Mitarbeitergenerationen weitergeben
Die Dringlichkeit dieses Teilziels ist auf einen konkreten Fall zurückzuführen.
Ende Oktober 2004 wird der Leiter der Konstruktion aus dem Unternehmen
ausscheiden. Sein Wissen soll nun an zwei im Unternehmen verbleibende
Mitarbeiter weitergegeben werden.
Um dieses Teilziel zu erreichen, wurden folgende
Maßnahmen für sinnvoll erachtet:
• Der Konstruktionsleiter wird von seinen zwei
Nachfolgern „abgefragt“, und die erhaltenen Informationen
werden genau aufgeschrieben.
• Die beiden Nachfolger übernehmen die Leitung von Projekten
und fragen, wie der derzeitige Leiter der Konstruktion sie abgewickelt
hätte und warum in dieser Form.
Als Nachweis, dass die Wissensweitergabe erfolgreich
war, ist vor Ausscheiden des Konstruktionsleiters ein Vortrag der beiden
Mitarbeiter über das gewonnene Wissen geplant. Bei Erfolg soll die
Methode auf andere das Unternehmen verlassende Mitarbeiter angewandt werden.
2. Teilziel: Offene Informationsweitergabe innerhalb des Unternehmens
Um eine offene Informationsweitergabe im Unternehmen zu fördern,
soll ein Informationssystem geschaffen werden, das den Mitarbeitern Informationen
und Daten über das Unternehmen und die aktuelle Geschäftssituation
gibt.
Um die offene Informationsweitergabe in die Unternehmenskultur zu implementieren,
wurde das so genannte „Gemeinsame Frühstück“ etabliert.
Dies funktioniert folgendermaßen:
• Von jedem Mitarbeiter gibt es eine „Tischkarte“. Diese
Karten werden wie Spielkarten gemischt und nach dem Zufallsprinzip auf
den Tischen verteilt. So kommt es dazu, dass Mitarbeiter unterschiedlichster
Abteilungen und Hierarchiestufen nebeneinander sitzen.
• Während des gemeinsamen Frühstücks informiert die
Geschäftsleitung über verschiedenste Themen, wie zum Beispiel
die aktuelle Geschäftssituation, interessante neue Projekte, personelle
Veränderungen, interne und externe Probleme und gibt einen Ausblick
in die Zukunft.
• Die Mitarbeiter wiederum sind aufgefordert, Fragen zu stellen,
Probleme vorzutragen und der Geschäftsleitung Anregungen zu geben.
Das „gemeinsame Frühstück“ findet
ca. 4 Mal pro Jahr statt, allerdings nicht planmäßig in bestimmten
Zeitabständen, sondern immer dann, wenn es einen speziellen Anlaß
dazu gibt. Gründe können zum Beispiel eine Veränderung
der Geschäftslage, Umstrukturierungen, Verabschiedung von Mitarbeitern,
oder auch neu eingestellte Mitarbeiter sein.
Um ein neues Informationssystem zu implementieren, sind verschiedene Maßnahmen
nötig:
• Über eine Mitarbeiterbefragung soll zuerst festgestellt werden,
welche Informationen für die Mitarbeiter von Interesse sind
• Auf der anderen Seite gibt die Geschäftsführung ihrerseits
an, welche Informationen sie an die Belegschaft weitergeben möchte
• Als nächster Schritt kommt es zu einer Abstimmung zwischen
beiden Interessenlagen
• Parallel dazu soll geprüft werden, in welchem Maße
das vorhandene EDV-System für das geplante Informationssystem genutzt
werden kann.
3. Teilziel: Dokumentation von Informationen
für Dienstleistungen
Bisher war das Dokumentationswesen für einzelne Produkte ausgelegt.
In Zukunft soll in verstärktem Maße die Dokumentation für
Dienstleistungen sichergestellt werden. Dies soll parallel laufen mit
der Umstellung des bisherigen Qualitätsmanagement-Systems von DIN
ISO EN 90001 auf DIN ISO EN 9000 – 2000.
In dieser Norm werden vor allem die Kundenzufriedenheit und die Prozesssicherheit
in den Vordergrund gestellt.
3. Aktueller Stand
Das erste Teilziel, Wissensmanagement über Mitarbeitergenerationen
weiterzugeben, ist dabei, erfolgreich umgesetzt zu werden. Die beiden
Nachfolger haben schon ausführlich die Gelegenheit genutzt, den Konstruktionsleiter
bei wichtigen Fragen zu Rate zu ziehen, über seine Arbeitsweise zu
befragen und sich so auf zukünftige Aufgaben vorzubereiten. Einem
Ausscheiden des Leiters der Konstruktion kann das Unternehmen also ohne
die Angst entgegenblicken, wichtiges Wissen zu verlieren.
Auch das dritte Teilziel, die Dokumentation von Informationen für
Dienstleistungen, ist auf einem guten Weg. Es wurde extra ein neuer Mitarbeiter
eingestellt, der mit dieser Aufgabe beauftragt wurde.
Das nachfolgende Datenblatt für Dienstleistungsprodukte wird von
dem Dienstleistungsprodukt-manager erstellt. Diese Datenblätter können
dann in einem Dienstleistungskatalog zusammengefasst werden. Sie repräsentieren
so das Angebot an Diestleistungsprodukten.
Datenblatt
5. Ausblick
Im Mittelpunkt weitere Überlegungen steht das Datenmanagement,
d.h. die Speicherung, das Wiederfinden und die Handhabung der im Unternehmen
(meist in Ordnern) enthaltenen Informationen.
Die während des Seminars diskutierten Problemfelder
wie Kompetenzverteilung in einem Unternehmen, Vorschlagswesen, etc., die
in einigen Unternehmen erfolgreich bearbeitet wurden, werden sicher auch
wieder aufgegriffen werden, wenn es um die Frage nach weiterer Optimierung
geht. Die erarbeiteten Lösungswege erscheinen praxisgerecht. Ob sie
sich bewährt haben, kann sicher bei den Unternehmen, die diese Konzepte
bereits umgesetzt haben, erfragt werden.
6. Konkreter Nutzen der Teilnahme am Projekt
Der erste Nutzen aus der Teilnahme an dem Projekt Wissensmanagement
war sicher das Bewusstmachen, dass Wissen gemanagt werden muss. Hierzu wurden konkrete Problemfelder behandelt und Lösungsansätze
aufgezeigt, die in verschiedenen Unternehmen auch umgesetzt wurden
Nutzen ergab sich auch aus dem Austausch mit den anderen Unternehmen und
das Knüpfen von Kontakten. Durch die glückliche Auswahl der an dem Seminar beteiligten Firmen
konnte schnell festgestellt werden, dass fast alle Unternehmen vor den
gleichen Problemen standen und an für ihre Unternehmensgröße
angemessenen Lösungen interessiert waren. Durch die gemeinsamen Diskussionen
und den Erfahrungsaustausch ergaben sich neue Blickwinkel und Lösungsansätze.
Außerdem sind die Unternehmen, die Probleme bereits
erfolgreich gelöst haben, bereit, den anderen Hilfestellungen zu
geben.
Durch den Austausch mit den anderen Unternehmen wurde
die Helmut Hund GmbH „nebenbei“ auf die erfolgreich praktizierte
Integration der Montagen für unterschiedliche Produkte eines anderen
Unternehmens aus dem Konsortium aufmerksam und setzte diese Idee mit positiven
Effekten für Montageauslastung und flexiblen Mitarbeitereinsatz um.
Mitarbeiter in der Montage steigern so ihre Kompetenz, unterschiedliche
Produkte zu montieren.
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