Harmonic Drive: „Mit Wissensmanagement über den Mars hinaus…“

Das Unternehmen:

• Harmonic Drive AG, Firmensitz Limburg an der Lahn, gegründet 1970 in Langen, seit 2000 AG
• Branche: Präzisionsgetriebe und Antriebssysteme
• Produkte: Getriebe, Servoantriebe, Sonderprodukte
• Belegschaft (2003): ca. 155 MA
• Umsatz (2003): ca. 29 Mio. €
• Exportanteil ca. 42 %
• Internet: www.harmonicdrive.de


Die Philosophie:

Als Technologieführer im Bereich hochpräziser Antriebstechnik - insbesondere hochuntersetzender, spielfreier und spielarmer Getriebe - wollen wir unsere Marktführerschaft auch im 21. Jahrhundert weiter ausbauen. Unsere Kernkompetenz sehen wir in der Entwicklung, Fertigung und Vermarktung von Einbausätzen, Getriebeboxen, Servo- und Sonderantrieben in verschiedenen Baureihen und Baugrößen. Innovative, technologisch ausgereifte Produkte zu entwickeln und diese erfolgreich am Markt anzubieten, sehen wir ebenso als Bestandteil unserer Ziele wie die gemeinsam mit Kunden erarbeitete, individuell auf deren Bedürfnisse zugeschnittene Systemlösung.

Die Ausbildung junger Menschen und die Weiterbildung unserer Belegschaft gehören zu unseren strategischen Zielen. Die Basis für die Umsetzung unserer Strategien ist eine glaubwürdige, auf Mensch und Markt abgestimmte, gelebte Unternehmenskultur. So gelingt es uns, qualifizierte Fach- und Führungskräfte an unser Unternehmen zu binden und neue Mitarbeiter zu gewinnen.

Persönlicher Wissensaustausch und die aktive Dokumentation des vorhandenen technischen Wissens mit leichten Zugriffsmöglichkeiten, ist Voraussetzung für eine effiziente Bearbeitung von kundenspezifischen Projekten, damit „das Rad nicht immer wieder neu erfunden werden muss“, sprich; Mitarbeiter von den Erfahrungen anderer Mitarbeiter profitieren können.

Das Projekt „Mit Wissensmanagement über den Mars hinaus...“

1. Ausgangssituation

Seit 2000 sind die Geschäftsprozesse von Harmonic Drive nach DIN 9001:2000 zertifiziert. Der Hauptteil der technischen Bibliothek existiert in Papierform, nicht elektronisch.

In den Köpfen der Mitarbeiter befindet sich sehr umfangreiches Wissen aus allen unternehmensrelevanten Bereichen. Dieses Know-how wird durch regelmäßigen Wissensaustausch mit anderen Mitabeitern geteilt. Knowlege-Sharing wird bereits einerseits durch Führungskreissitzungen, Vertriebsmeetings, Engineering-Meetings und das Weiße Brett, aber auch durch eine offene Informationspolitik, 2x jährlich stattfindende Betriebsversammlungen und ähnliches gefördert. Trotzdem kommt es immer noch zu Wissensverlust beim Ausscheiden von Mitarbeitern.

2. Zielsetzung

Mit dem Projekt „Wissensmanagement über den Mars hinaus“ sollen gleich mehrere, zunächst noch relativ allgemein formulierte Ziele erreicht werden. Zunächst einmal soll im Rahmen des Projektes eine zentrale Dokumentation des Wissens organisiert werden und sowie durch geregelte Zuständigkeiten die Pflege dieses Wissens sicherstellt werden. Hierzu gehört auch, berechtigten Nutzern eine leichte Zugänglichkeit zu ermöglichen und gleichzeitig den Zugriff von Unbefugten zu verhindern. Übergeordnetes Projektziel ist, durch die verbesserte Nutzung des Wissens sowohl eine Effizienzsteigerung als auch eine Produktivitätssteigerung zu erreichen.

3. Vorgehensweise

Zunächst wurde das im Unternehmen vorhandene Wissen mit Hilfe einer Kompetenzmatrix erfasst. Probehalber wurde diese Kompetenzmatrix zunächst nur für den K&E- Bereich erstellt, auf längere Sicht sollen allerdings alle Unternehmensbereiche mit einbezogen werden.

Hier sehen Sie einen Auszug unserer Kompetenzmatrix:


Der nächste Schritt ist der Aufbau einer Datenbank im Intranet. Diese Datenbank soll einerseits keine zusätzlichen Software- und Lizenzkosten verursachen, andererseits aber einfache Eingabeprozeduren, vielfältige Suchmöglichkeiten und einfache Administration bieten.

Als letzter Schritt wurde der schon im Unternehmen etablierte Gesprächsleitfaden zur Leistungs- und Mitarbeiterentwicklung um folgende zwei wissensbezogene Kriterien ergänzt:

• Was haben Sie im letzten Jahr getan, um Ihre eigene Kompetenz zu steigern?

• Was haben Sie getan, um Ihr Wissen an Kollegen weiterzugeben bzw. im Informationssystem zu dokumentieren?

4. Aktueller Stand

Die Kompetenzmatrizen wurden bereits erfolgreich für alle Unternehmensbereiche erstellt.

Die Datenbank im Intranet befindet sich momentan noch im Aufbau.

5. Ausblick

Wir haben geplant, das Intranet auf eine zukunftsträchtige EDV-Plattform zu stellen und mit den übrigen Softwaresystemen (CRM, PDM, ERP) zu konsolidieren.

6. Konkreter Nutzen des Projekts

Durch die Erhebung der Mitarbeiterprofile mittels Kompetenzmatrix wurden Defizite bei der Abwesenheitsvertretung und Risiken von Know-how-Verlust beim Ausscheiden von Mitarbeitern offensichtlich, die nun durch entsprechende Schulungsmaßnahmen etc. beseitigt werden. Das Projekt hat geholfen, die im Unternehmen bereits vorhandene Kultur der Zusammenarbeit und Wissensteilung zu verstärken und in der Mitarbeiterführung zu verankern.

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